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ChatGPT Ads sind live: Was Reise- und Freizeitunternehmen jetzt wissen müssen

Sechs Monate nach den ersten Anzeigentests in den USA hat OpenAI am 24. August 2026 ChatGPT Ads in 31 europäischen Märkten eingeführt, darunter Deutschland, die Niederlande und Frankreich (OpenAI, 2026). Wer heute mit ChatGPT chattet, bekommt also womöglich schon Werbeanzeigen angezeigt.

Für die Reise- und Freizeitbranche lohnt sich der Blick auf den neuen Werbekanal schon jetzt, denn deine Gäste nutzen ChatGPT längst zur Reiseplanung, ganz egal ob deine Marke dort wirbt oder nicht.

Inhaltsverzeichnis

KI in der Reiseplanung

Rund 15 % der Deutschen nutzten 2025 aktiv KI zur Urlaubsplanung, Tendenz stark steigend, vor allem bei jüngeren Zielgruppen (MHP-Studie, 2025). Bei uns im Team sind es sogar noch mehr: Kolleg:innen berichten, dass sie dieses Jahr rund 90 % ihrer eigenen Urlaubsrecherchen mit ChatGPT gemacht haben (Red Online Marketing, 2026).

Besonders früh im Reise-Funnel greifen Menschen zu KI-Tools, genau dann, wenn sie vielleicht noch gar nicht wissen, wohin die Reise geht. Wer in diesem Moment in ChatGPT sichtbar ist, hat die Nase vorn. Ein gutes Beispiel: Kreuzfahrtmarken legen bei ChatGPT gerade sichtbar zu, ausgerechnet ein Trend, der bei Google AI aktuell noch ausbleibt (fvw.de, 2026).

Kein Wunder also, dass genau in diesem Umfeld jetzt auch die ersten Anzeigen auftauchen. Sichtbarkeit bei ChatGPT lässt sich seit Ende August nicht mehr nur organisch erarbeiten, sondern auch direkt einkaufen.

Einführung in ChatGPT Ads: Wie legt man sie an, wie sehen sie aus?

Gestartet ist alles im Februar 2026, als OpenAI in den USA einen ersten Test mit Werbung startete, damals noch mit großen Hürden und hohen Mindestbudgets. Im Mai öffnete sich der Zugang mit einem Self-Serve-Angebot, das seit dem 31. August auch in Europa verfügbar ist (OpenAI, 2026). Werbetreibende können also jetzt ohne Umwege einen eigenen Ads-Account erstellen und Kampagnen einrichten. Unser Team bei Red Online France testet auf diesem Weg bereits erste Anzeigen.

Wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus? Stellst du ChatGPT eine Frage, erscheint unter der KI-Antwort eine hervorgehobene Karte mit „Sponsored“- oder „Ad“-Label, kurzem Titel, einer Beschreibung und einem Bild. Klickst du auf das Bild, landest du auf der Landingpage des Werbetreibenden.

Aktuell kann pro Anzeige nur ein Titel und eine Beschreibung erstellt werden. Das Testen verschiedener Textelemente innerhalb einer Anzeige ist anders als bei Google Ads oder Meta Ads also zunächst nicht vorgesehen.

  • Targeting: Optionale Kontext-Hinweise können in Form von Themen, Keywords oder Gesprächskontexten eingefügt werden. Ein Exact Match wie bei Google-Keywords ist das aber nicht, eher eine grobe Richtungsvorgabe.
  • Regionale Ausrichtung: zum jetzigen Stand noch nicht möglich. Gerade für Ferienparks, Campingplätze oder Ausflugsziele mit einem klar regionalen Einzugsgebiet heißt das: Du zahlst auch für Klicks aus Regionen, die für dich gar nicht unbedingt relevant sind.
  • Gebote: Drei Modelle stehen zur Wahl: CPM, CPC und ein conversionoptimiertes CPC-Gebot.
  • Custom Audiences: Eigene hochgeladene Kundenlisten lassen sich ein- oder ausschließen (OpenAI, 2026). Datenschutzrechtlich ist das nicht ganz unkompliziert und sollte vorher geprüft werden.

Erste Ergebnisse aus der Praxis

Nach so kurzer Zeit lassen sich noch keine belastbaren Ergebnisse ableiten, dafür ist der Kanal einfach noch zu neu. Erste Tendenzen zeichnen sich aber schon ab, und die decken sich erstaunlich gut zwischen unterschiedlichen Quellen.

Auch große Reisemarken testen bereits mit: Marriott-CEO Anthony Capuano bestätigte, dass der Konzern am ChatGPT-Ads-Pilotprogramm von OpenAI teilnimmt (AltexSoft, 2026). Wie das für Marriott konkret läuft, ist bisher nicht öffentlich bekannt.

Zahlen liefert dagegen die niederländische Agentur Prodos, die ihre Erfahrungen kürzlich im eigenen Newsletter geteilt hat. Ihre bisherigen Benchmarks: ein durchschnittlicher CPC von etwa 2,50 € und ein CPM von rund 25 €. Nur 1,2 % der Klicks führen bislang zu einem Add-to-Cart, verglichen mit 5,1 % bei Google Ads. Die Kosten pro Add-to-Cart liegen also etwa viermal höher. Prodos rät deshalb, erstmal klein zu starten, etwa mit 20 bis 50 € Tagesbudget, und nach der ersten Woche nicht nur auf klassische Conversions zu schauen, sondern auch auf kleinere Zwischenschritte wie Add-to-Carts.

Unser eigenes Team bei Red Online France hat genau das gemacht und führt seit der ersten Septemberwoche einen Test mit 20 € Tagesbudget durch. Die Performance nach einer Woche: eine CTR von 1,11 % bei einem CPC von 0,97 € und einem CPM von 10,47 €. Auffällig ist, dass dieser CPC deutlich unter dem Startgebot liegt, das OpenAI selbst empfiehlt (3 bis 5 US-Dollar). Ein Zeichen dafür, wie wenig Wettbewerb aktuell noch in der Auktion herrscht. Je mehr Werbetreibende einsteigen, desto eher dürfte sich das ändern.

In den USA, wo der Kanal schon länger läuft, zeigt sich, wie schnell das gehen kann: Laut Promptwatch stieg der Anteil an ChatGPT-Antworten mit Anzeige dort innerhalb weniger Monate von 20,1 % auf 32,4 % (Promptwatch, 2026). Ein Vorgeschmack darauf, wie schnell sich auch der europäische Markt füllen könnte. Früh ausprobieren lohnt sich also.

Auch bei der Auswertung ist ChatGPT Ads noch nicht auf dem Stand von Google oder Meta. Im Ads Manager sehen wir bislang nur die Grundzahlen: Klicks, Impressionen und Ausgaben. Was fehlt, sind Audience Insights, also wer die Anzeige eigentlich gesehen hat, und vor allem der Kontext: Zu welchen Prompts oder Gesprächsthemen wurde die Anzeige ausgespielt?

Was zählt, wenn Targeting und Auswertungen (noch) nicht helfen?

Gerade weil Targeting und Auswertung bei ChatGPT Ads noch so eingeschränkt sind, bleibt uns als Werbetreibenden eigentlich nur ein Hebel, auf den wir wirklich Einfluss nehmen: die Landingpage. Eine präzise und klar formulierte Landingpage erhöht die Chance auf eine gut platzierte Ausspielung der Anzeige.

Diese Logik ist nicht neu, sondern im Grunde das, worum es bei GEO schon länger geht. Ob eine Marke in einer KI-Antwort erscheint, ganz ohne Anzeige, entscheidet sich nach demselben Prinzip: klare Struktur, nachweisbare Autorität und Inhalte mit echtem Mehrwert. Einige Praxistipps haben wir bereits in Mit GEO starten: So wirst du in KI-Antworten sichtbar zusammengefasst. Wer hier schon aktiv ist, hat bei ChatGPT Ads einen doppelten Vorteil, denn eine gut optimierte GEO-Landingpage funktioniert meist auch als starke Anzeigen-Zielseite.

Bezahlte und organische Sichtbarkeit bei ChatGPT sind damit zwei Hebel im selben Kanal, nicht zwei getrennte Baustellen.

Was heißt das konkret für Werbetreibende in der Reisebranche?

  • Noch nicht in ChatGPT sichtbar? Zuerst die GEO-Grundlagen, danach Werbung.
  • Willst du First Mover sein? Jetzt mit kleinem Budget testen, solange der Wettbewerb noch gering ist.
  • Erwartest du direkte Buchungen? Erwartungen anpassen: Aktuell zählen Reichweite, Traffic und Testing, keine harten Conversions.

Möchtest du wissen, ob ChatGPT Ads für deine Marke funktionieren können? Melde dich bei uns, dann setzen wir gemeinsam einen ersten Test auf.

Wo liegt dein größtes Buchungspotenzial? Wir analysieren deine Website kostenlos und zeigen dir konkrete Ansatzpunkte.

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Red ist eine Online-Marketing-Agentur, die sich ganz auf die Reise- und Freizeitwelt in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Belgien spezialisiert. Wir arbeiten u. a. für OTAs, Reisebüros, Ausflugsziele, Ferienparks, Reiseziele, Campingplätze und Hotels. Wir sind stolz zu verkünden, dass wir Gewinner des European Search Awards 2022 und seit 2019 in den Top 3 der Emerce100 sind!

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