Fast 6 von 10 Google-Suchanfragen enden heute, ohne dass überhaupt jemand auf einen Link klickt. Vor drei Jahren war das noch unvorstellbar. Damals war „Suche“ ganz einfach: Sorge für gute Google-Rankings, schalte Anzeigen auf die passenden Keywords und die Buchungen kommen von alleine. Dieses Modell funktioniert zwar immer noch, aber eben immer schlechter. Das zeigen die Daten unserer eigenen Kundinnen und Kunden aus der Reise- und Freizeitbranche und das bedeutet es für deine Strategie:
Google beantwortet die Frage selbst
Früher war die Suche simpel: Jemand tippt eine Frage ein, Google zeigt eine Liste mit Links und der Nutzer klickt sich durch. Dieses Modell gibt es zwar immer noch, aber es verliert rasend schnell an Boden. Im Jahr 2024 endeten bereits fast 60 % aller Google-Suchanfragen ohne einen einzigen Klick (Search Engine Land, 2024). AI Overviews reduzieren das Klickverhalten im Schnitt um 34,5 % (Ahrefs, 2025). Und bei Suchen mit einer AI Overview fiel die Klickrate bei bezahlten Anzeigen zwischen Mitte 2024 und Anfang 2026 sogar um 68 %, während die Budgets für Google Ads munter weiter stiegen (Seer Interactive, 2026).
Doch die Realität hat AI Overviews längst eingeholt. Mit dem neuen AI Mode bietet Google mittlerweile eine komplette Unterhaltung als Sucherlebnis: Du führst einen Dialog mit Google, anstatt eine Liste von Ergebnissen zu bekommen. Wo AI Overviews noch neben den klassischen Suchergebnissen auftauchten, löst der AI Mode sie jetzt komplett ab. Der Nutzer stellt eine Frage, bekommt eine ausführlich generierte Antwort und hat in vielen Fällen schlicht keinen Grund mehr, weiterzuklicken.
Was wir in den Daten mehrerer Accounts aus der Reise- und Freizeitbranche sehen, bestätigt genau das. In vielen Fällen fiel die Klickrate innerhalb von drei Jahren von 55 % auf 20 %, während der durchschnittliche Klickpreis um 67 % stieg. Bei anderen Kunden gingen sowohl Impressionen als auch Klicks zurück, während die Klickpreise trotzdem weiter stiegen (also kein reines Klickraten-Problem). Weniger Volumen, höhere Kosten. Zwei verschiedene Muster, aber ein und dasselbe Problem.
Die Frage bleibt die gleiche. Nur der Weg dorthin hat sich verändert.
Die Suchabsicht ist ja nicht plötzlich weg. Menschen wollen immer noch wissen, welcher Ferienpark am besten zu einer Familie mit Kleinkindern passt, ob sich ein Ausflugsziel lohnt oder welches das beste Glamping-Angebot in den Niederlanden ist. Sie stellen diese Fragen nur immer öfter an anderen Orten.
Nehmen wir an, jemand sucht nach „Glamping Niederlande“. Im Jahr 2023 gab es dafür zehn blaue Links und die Leute klickten sich zu einer Website durch. Im Jahr 2026 liefert Google die Antwort direkt in den AI Overviews und Rückfragen lassen sich direkt im AI Mode klären. ChatGPT, Gemini und Claude gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie geben persönliche Empfehlungen und nennen vielleicht sogar deine Marke, allerdings ohne dass ein Klick, ein Cookie oder auch nur ein einziger Datenpunkt bei dir landet. Auf TikTok laufen Erfahrungsberichte von echten Menschen und auf YouTube Vlogs von Familien, die schon vor Ort waren. Die Entscheidung fällt längst, bevor überhaupt jemand deine Website besucht.
Und das ist längst kein Nischenphänomen mehr. Bereits 30 % aller Reisenden nutzen KI für ihre Urlaubsplanung, und dieser Anteil wächst rasant (Adobe, 2025). In der Gen Z geben sogar 41 % an, dass Social-Media-Plattformen ihre erste Wahl sind, noch vor den klassischen Suchmaschinen (Sprout Social, 2025).
Genau das bestätigen auch die Suchvolumina in den Daten. Orientierende Suchanfragen nach Reisezielen oder Urlaub im Allgemeinen gehen von Jahr zu Jahr zurück. Brand-Suchanfragen halten sich dagegen besser. Wer schon genau weiß, was er will, sucht direkt nach der Marke. Wenn du die Menschen aber schon früher auf ihrer Reise erreichen willst, musst du schlicht an anderen Orten präsent sein.
Informativer Content: Weniger Traffic, mehr Wert
Die größte Veränderung erleben wir gerade oben im Marketing-Funnel. Blogbeiträge, Inspirationsguides, Zielseiten, sie alle bringen weniger organischen Traffic als früher. Seit dem Rollout des AI Mode brechen die Klicks auf Informationsseiten spürbar ein. Gleichzeitig steigt jedoch die durchschnittliche Sitzungsdauer. Die Besucher, die jetzt noch auf deine Website klicken, bringen eine deutlich höhere Qualität mit. Es werden nur schlicht immer weniger.
Ein wichtiges Detail solltest du dabei nicht übersehen: Der Anstieg der Impressionen in der Google Search Console, den viele Marketer aktuell beobachten, ist teilweise ein reiner Messfehler. Seit Mai 2025 erfasst Google Impressionen anders, wodurch die Zahlen auf dem Papier künstlich höher aussehen. Nimm dieses Wachstum also bloß nicht als Beweis für echte, steigende Sichtbarkeit hin.
Bedeutet das nun, dass informativer Content wertlos geworden ist? Ganz im Gegenteil. Die KI muss ihre Antworten schließlich irgendwo herholen. 38 % der Quellenangaben in den AI Overviews stammen aus den Top 10 von Google (Ahrefs, 2026). Wer Autorität aufgebaut hat und gut rankt, wird in den KI-Antworten zitiert. Wer dort nicht auftaucht, existiert in der Antwort für den Nutzer schlichtweg nicht. Informationsseiten sind zwar kein reiner Traffic-Kanal mehr, aber eine gute SEO-Platzierung garantiert noch lange nicht, dass dich die KI auch automatisch erwähnt. Neben deiner SEO-Strategie brauchst du heute deshalb auch eine GEO-Strategie (Generative Engine Optimization), um in den KI-Modellen sichtbar zu bleiben.
TikTok ist eine Suchmaschine. Hast du das schon in deiner Strategie berücksichtigt?
Mehr als 40 % der Nutzer haben TikTok bereits als Suchmaschine genutzt. Bei den Millennials sind es 49 %, in der Gen Z sogar 64 % (Adobe, 2024). Für die Reise- und Freizeitbranche ist das besonders relevant: Jeder fünfte Sucher auf TikTok sucht dort gezielt nach Reisezielen oder Erlebnissen.
Hast du dir schon angeschaut, welche Suchvolumina auf TikTok für deine Marke oder deine Destination existieren? Wir testen TikTok Search Ads bereits für einige Kunden aus der Branche, und die ersten Buchungen kommen regelmäßig zu günstigeren Kosten rein als bei normalen Traffic-Kampagnen. Das Ganze steht zwar noch am Anfang, aber das Signal ist eindeutig.
Der große Unterschied zu Google: Auf TikTok sucht niemand mit einer direkten Kaufabsicht. Die Leute kommen für echte Erfahrungen, echte Geschichten und echte Menschen. Sie bilden sich eine Meinung, lange bevor sie ein Ticket kaufen oder eine Buchung abschließen. Das macht TikTok keineswegs weniger interessant. Es macht die Plattform zu einem Upper-Funnel-Kanal, den du ernst nehmen musst, selbst wenn deine Google-Strategie heute schon felsenfest steht.
Von SEO zu Organic Search, inklusive GEO
Suche ist schon lange kein einzelner Kanal mehr. Sie ist ein ganzes Ökosystem aus Google, AI Mode, KI-Assistenten, Social-Media-Plattformen und YouTube. Und all diese Orte fließen in die finale Entscheidung deiner Gäste ein. Genau deshalb stellen wir bei Red Online Marketing gerade von SEO auf Organic Search um. Das ist kein reines Rebranding. Es ist schlicht die Anpassung an die Realität: Organisch gefunden zu werden bedeutet heute, bei Google präsent zu sein, in den KI-Antworten von ChatGPT, Gemini und Claude aufzutauchen und auf den Social-Media-Plattformen stattzufinden, wo Menschen neues entdecken.
GEO, Generative Engine Optimization, ist dabei ein entscheidender neuer Baustein. Es geht darum sicherzustellen, dass deine Inhalte nicht nur in den klassischen Suchergebnissen gut ranken, sondern von den KI-Tools auch als verlässliche Quelle genutzt werden. Überlässt du das deinen Mitbewerbern oder Buchungsplattformen, überlässt du es auch anderen, deine Geschichte zu erzählen.
Was bedeutet das jetzt ganz konkret für dich?
Erkennst du eine dieser Situationen bei dir wieder?
- Deine organischen Sitzungen sinken, während die Impressionen steigen. Das ist der direkte KI-Effekt. Es ist höchste Zeit, deine KPIs neu zu kalibrieren.
- Deine Klickpreise steigen, während das Volumen zurückgeht. Du kämpfst in einer schrumpfenden Auktionswelt. Deinen Kanal-Mix zu verbreitern, ist jetzt extrem dringlich.
- Du veröffentlichst informativen Content, aber die Klicks bleiben aus. Prüfe, ob deine Inhalte in KI-Antworten zitiert werden, und optimiere gezielt für GEO – nicht mehr nur für Google.
- Du nutzt TikTok oder YouTube bisher nicht als Suchkanal. Damit lässt du einen immer größeren Teil der Orientierungsphase ungenutzt liegen.
- Du hast keine First-Party-Data-Strategie. Das bedeutet, dass du die Algorithmen von Google und Meta komplett ohne eigene wertvolle Daten fütterst.
Die Buchung passiert immer noch auf der Website. Noch. Aber der Weg dorthin hat sich grundlegend verändert. Wer seine Strategie jetzt an diese neue Realität anpasst, wird nicht nur einfacher gefunden – sondern ist auch deutlich schwerer zu verdrängen.
Du willst wissen, wie deine Organisation in dieser neuen Suchlandschaft aufgestellt ist? Nimm einfach Kontakt mit Red Online Marketing auf für ein strategisches Beratungsgespräch! |


