Werden diese Markttrends auch 2022 anhalten?

Alle in der Reise- und Freizeitbranche in Europa fragen sich derzeit, wie die Welt im Jahr 2022 aussehen wird. Was ist erlaubt und was wollen Gäste und Verbraucher? Welche Reiseziele sind angesagt? Wie will man reisen? Dürfen überdachte Veranstaltungsorte ein weiteres Jahr lang mit voller Kapazität betrieben werden? Wichtige Fragen, von denen Ihr Marketing natürlich abhängt. Welche Trends haben wir 2021 gesehen und werden sie sich 2022 fortsetzen?

Klar. Ein bis ins Detail ausgearbeiteter Marketingplan hilft Ihnen anno 2022 nicht weiter. Wir alle sind in hohem Maße davon abhängig, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Die Marktnachfrage ändert sich von Tag zu Tag. Eine Ausbaustrategie wird Ihnen helfen, Ihr Marketing zu gestalten. Dies hat in den letzten Jahren zum Erfolg bei unseren Kunden geführt. Es ist sehr wichtig, alle Daten in Ordnung zu haben und dann schnell reagieren zu können, wenn etwas passiert.

Dieser Artikel wirft einen Blick auf die Trends der Reise- und Freizeitbranche der letzen Jahre in den Niederlanden.

Trends auf dem Reise- und Freizeitmarkt der letzten Jahre in den Niederlanden

  1. In der Heimat: Inlandsreisen und Staycations
  2. Ländliche Reiseziele profitieren
  3. Neue Reiseziele werden bevorzugt
  4. Last-Minute-Kultur in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Frankreich
  5. Luxuriös, lokal oder bekannt zu sein, verschafft Ihnen einen Vorteil
  6. Ein verändertes Angebot auf dem europäischen Freizeitmarkt
  7. Veränderung der Unterkunftsarten
  8. Mehr Online-Verkauf von Freizeitparks und Museen
  9. Die Menschen haben gespart – Möglichkeiten für Fernreisen
  10. Eine ausverkaufte Skisaison

1. Der Rückgriff auf Inlandsreisen und Staycations

Inlandsreisen, Staycation – hippe Begriffe für „die Leute bleiben massenhaft in der Nähe ihres Zuhauses“. Ein Trend, der bereits 2020 zu beobachten war und sich 2021 fortgesetzt hat. Nicht nur in den Niederlanden. In Frankreich beispielsweise haben wir im vergangenen Jahr einen großen Zustrom von Parisern erlebt, die in ihrem eigenen Land Urlaub machten. Bei den Tagesattraktionen und Themenparks haben wir im letzten Sommer auch das völlige Verschwinden der internationalen Märkte gesehen – fast alle Besucher kamen aus dem Inland, wo sich das in „normalen“ Jahren wirklich ganz anders zusammensetzt.

Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2022 stabilisieren wird. Offensichtlich, weil das Angebot an Reisen zunimmt. Sie dürfen wieder über Ihre nationalen Grenzen hinaus denken. Dies war im letzten Sommer der Fall, wird aber für die nächsten Herbstferien extrem erwartet. 

Ich selbst war im vergangenen September in Lagos, Portugal. Der Tourismus dort war wieder so lebendig wie in einem normalen Septembermonat, mit Touristen aus den Niederlanden, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Der NBTC-Urlaubsmonitor des Niederländische Büro für Tourismus und Convention zeigt, dass der Tourismus aus Belgien und Deutschland in die europäischen Länder anzieht, allerdings noch in geringerem Maße in Richtung Niederlande.

Quelle: eigenes Foto

2. Ländliche Reiseziele profitieren

Im vergangenen Jahr haben Orte und Destinationen mit Wald-, Strand-, Landschafts- oder Naturcharakter von diesem Markttrend profitiert, hat die ZKA, eine niederländische Beratungsagentur für die Freizeitbranche, schnell erkannt.  

Auch Campingzubehöre und Campingplätze verzeichneten einen enormen Zuwachs. Auch Campingeinrichtungen und Campingplätze verzeichneten einen enormen Zuwachs. So stieg der Wohnmobilabsatz auf den höchsten Stand seit 10 Jahren. Auch im Jahr 2021 wurden bis zu 25 % mehr Wohnwagen verkauft als im Jahr 2020. Eine Zielgruppe, die auch in den kommenden Jahren nach dem Wohnmobil greifen wird. Laut BOVAG, dem niederländisch Verband der Autohändler und Garagenbesitzer, haben viele Menschen durch die Corona-Pandemie auch das Camping (wieder)entdeckt. Fernreisen mit dem Flugzeug waren keine Option – viele Menschen haben dies durch einen Campingurlaub mit ihrem eigenen Wohnwagen oder Wohnmobil ersetzt.

Rückblickend können wir sagen, dass unsere Kunden sicherlich von diesem Trend profitiert haben. Andererseits konnte auch das Gegenteil beobachtet werden. Hochfrequentierte Hotels in Großstädten hatten es viel schwerer, Umsätze zu erzielen. Ein Trend, den wir auch für das Jahr 2022 erwarten.

Auch das Naturcamping erfreute sich ungebrochener Beliebtheit, wobei der Verkauf des Grünen Buches, einem Verzeichnis aller Naturcampingplätze in den Niederlanden, sogar um 20 % zunahm. Eine Bewegung, die sich mit viel weniger zufrieden gibt – und die es sogar genießt, wieder in die Natur zu gehen. Vielleicht in Kombination mit Bushcraft-Techniken oder Slow Living.

Im Vereinigten Königreich zum Beispiel hat Trafalgar festgestellt, dass Gäste nach naturnahen Orten suchen, die sich für einen Urlaub im Freien eignen.

3. Veränderung der beliebtesten Destinationen

Für Destinationen sind diese Jahre eine große Chance und Bedrohung zugleich. Gemeinsam mit Google schauen wir uns häufig die Nachfragetrends auf Destinations-Ebene an, die sich in den letzten Jahren kontinuierlich verändert haben. Ein weiterer Grund für eine gute Datenhaltung, für Anpassungsfähigkeit und für eine Ausbaustrategie.

Bei den niederländischen Verbrauchern beispielsweise gab es einen deutlichen Spitzenwert für Autoreiseziele in Europa. Vorzugsweise in der Nähe. Frankreich und Österreich zum Beispiel waren Destinationen, die von diesem Trend enorm profitierten. Kroatien wurde dagegen vergleichsweise weniger populär. Die Marktnachfrage ist dabei ein wichtiger Faktor. Zum Beispiel die Frage der Verbraucher, ob ein Land sicher ist. Beim Destinationsmarketing geht es darum, die Verbraucher gut zu informieren.

4. Die Last-Minute-Kultur

Im vergangenen Jahr war es schwierig, eine eindeutige Entscheidung für Freizeitaktivitäten zu treffen. Impfungen, Tests, der Corona-Pass, Reisebestimmungen und -warnungen – was auch immer. Für alle unsere Kunden galt die Devise: Die Leute buchen ihren Urlaub innerhalb von sechs Wochen vor der Ankunft, wobei der Schwerpunkt innerhalb von vier Wochen vor der Ankunft liegt. Ein Tagesausflug? Das ist ein Tag im Voraus.

Untersuchungen von Google, die auf der Veranstaltung „Österreichische & Schweizer Reisetrends 2021“ vorgestellt wurden, zeigen weiterhin, dass die Verbraucher statt 57 Tage nur noch durchschnittlich 42 Tage im Voraus buchen. Das bedeutet, dass sich die durchschnittliche Anzahl der Tage bis zur Buchung um 26 % verkürzt hat.

Dieser Trend war nicht nur in den niederländisch- und deutschsprachigen Ländern zu beobachten. Auch in den französischsprachigen Ländern war sie im vergangenen Jahr sehr präsent. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend in allen Ländern fortsetzen wird, bis das Vertrauen in den Markt und die Sicherheit für die Verbraucher deutlich gestiegen sind.

5. Erfolg für luxuriöse, lokale und bekannte Marken

Mehrere Studien des Niederländers Van Bommel aus dem Jahr 2015 haben bereits gezeigt, dass eine Situation wie Corona die Attraktivität für drei bestimmte Produktgruppen erhöht.

1. Luxuriöse Produkte

2. Bekannte Marken

3. Lokale Marken

Wir haben festgestellt, dass Marken, die diese Bedingungen erfüllen, besser abschneiden als andere Marken. Luxusunterkünfte waren schneller ausverkauft, Marken, die weiterhin in Sichtbarkeit und Bekanntheit investierten, profitierten im letzten Sommer davon und lokale Marken – sprich Inlandsreisen – nun, müssen wir dazu noch mehr sagen? 

Und das nicht nur in den Niederlanden. Auf der Veranstaltung Österreichische & Schweizer Reisetrends 2021 teilte Google zum Beispiel mit, dass Österreich und die Schweiz im letzten Sommer einen 100-prozentigen Anstieg der Suchanfragen nach Campingplätzen verzeichneten.

Rund die Hälfte der Buchungen für österreichische Hotels kommt derzeit von Österreichern, wichtigster Auslandsmarkt ist Deutschland, zweitwichtigster die Niederlande. Innerhalb Deutschlands kommt der größte Anteil aus Bayern, gefolgt von BaWü (den beiden südlichsten Regionen) und der drittwichtigsten Region, NRW.

Oder wie Merlijn Pietersma von ZKA in Richard Ottens niederländischem Podcast für Tourismus und Freizeit sagte: „Die Vorliebe für lokales Denken und Authentizität ist groß“.

Quelle: Pexels

6. Angebot auf dem europäischen Freizeitmarkt

Letztes Jahr wurde die Übernahme von Landal durch Roompot angekündigt. Beide Unternehmen streben die europäische Marktführerschaft an. Das macht den Markt natürlich auf einen Schlag ganz anders. Darüber hinaus finden in Europa seit einiger Zeit Übernahmen von einzelnen Campingplätzen und Ferienparks durch große französische Ketten wie Capfun, Siblu und Huttopia statt. 

Abgesehen von den Gefahren, die sich aus dem Einfluss dieser großen Ketten ergeben, bietet dies natürlich auch eine große Chance für die einzelnen Unternehmen, ihren Bekanntheitsgrad noch weiter zu steigern. Hören Sie den Verbrauchern genau zu und passen Sie Ihre Freizeitkonzepte entsprechend an. Das ist der Schlüssel zum Erfolg auf diesem Markt.

7. Nachfrage nach Unterkünften

Deutschland, unter anderen, entdeckt immer mehr den Weg zu Glamping-Plätzen. Etwas, das sich in den kommenden Jahren sicherlich fortsetzen wird. Diese Form der Ferienunterkunft hat sich in den Niederlanden schon fast durchgesetzt. 

Auch in der Hotellerie ist dieser Trend seit einiger Zeit zu beobachten, zum Beispiel durch den Aufstieg der Boutique-Hotels. Die Agentur ZKA untersuchte daher auch den Hotelmarkt und entdeckte Möglichkeiten für 5 neue Zielgruppen, darunter die Workation. Ein Konzept, das Pierre & Vacances in Frankreich zu Beginn der Corona-Pandemie sehr schnell eingeführt hat und das auch in den Niederlanden bei Droomparken / EuroParcs in Form von Tiny Offices zu finden ist.

8. Mehr Online-Verkauf von Tagesattraktionen

Bei Tagesattraktionen wie Ferienparks oder Museen gab es in den letzten Jahren vor allem ein Kapazitätsproblem. Lange Zeit durften diese Standorte nicht oder nur teilweise geöffnet werden. Also oft nicht in voller Besetzung, sondern für ein kleineres Publikum. Hinzu kommt, dass die Verbraucher Zeitfenster buchen mussten. Für unsere Kunden führte dies zu einem enormen Anstieg der Online-Ticketverkäufe. Als Verbraucher musste man ein Ticket online kaufen.

Darüber hinaus wurden im letzten Sommer fast 90 % aller verkauften Tickets an inländische Touristen verkauft. Das ändert sich nun langsam, da der grenzüberschreitende Reiseverkehr langsam wieder zugelassen wird. Es wird erwartet, dass sich dieses Gleichgewicht bis 2022 und 2023 langsam erholen wird.

Quelle: Pexels

9. Ersparnisse und Möglichkeiten für Fernreisen

Letztes Jahr wurde viel gespart. Die Niederländer zum Beispiel haben einen Rekordbetrag von 42 Milliarden Euro allein an Ersparnissen erzielt. Das ist mehr, als letztendlich in die Wirtschaft zurückfließen wird.

Im Gegensatz dazu sehen wir, dass die Nachfrage nach Fernreisen langsam wieder anzieht. Unsere Kunden in diesem Segment bekommen oft zu hören: „Wir sind bereit“ oder „Wir haben jetzt genug von der Niederlande gesehen“. Hinzu kommt die positive Nachricht, dass Amerika und Kanada wieder für Touristen geöffnet sind. 

Fernreisen wie nach Amerika sind zu einem Luxusgut geworden. Manche Menschen sparen schon seit 2 Jahren für eine Reise. Dies ist eine große Chance für Anbieter von Fernreisen, kurzfristig wieder Buchungen machen zu können.

10. Eine ausverkaufte Skisaison

Alle Skiregionen haben eine ganze Saison verpasst. Das gilt auch für die Skifahrer.  Gäste, die diese Art von Urlaub absolut lieben. Wir sehen für unsere Wintersportkunden, dass die ersten Unterkünfte und Chalets bereits ausverkauft sind. Dies ist zum Teil auch auf die Umbuchungen der letzten Jahre zurückzuführen.

Österreich bereitet sich schon seit einiger Zeit auf eine Skisaison vor. Wintersportler dürfen einen Skilift mit einem „3G-Corona-Zertifikat“ und einem Mundschutz betreten. Sie müssen also getestet, geimpft oder genesen sein. Österreich möchte auch, dass die Après-Ski-Saison zu bestimmten Bedingungen fortgesetzt wird, und knüpft dies an die Zahl der Intensivpflegefälle.

Die Nachfrage nach Wintersportarten steigt langsam wieder. Wir gehen sogar davon aus, dass die Saison ausverkauft sein könnte….

Kommunikation = key

Auch im Jahr 2022 wird die Kommunikation in Ihrem (Online-)Marketing von enormem Wert sein. Vor allem in Bezug auf Corona-Themen, die die Frage „Was wäre wenn“ beantworten. Sie wollen nicht, dass Ihre Conversionsrate durch mangelnde Kommunikation negativ beeinflusst wird, obwohl Sie alles im Griff haben. 

Denken Sie also an eine leicht zu erreichende FAQ-Seite, Kommunikation auf jeder Seite, in jedem Mailing und in den sozialen Medien. Auch eine Weiterleitung zu einer festen Seite, die z. B. www.beispiel.de/coronafragen heißt oder das Hinzufügen einer Chat-Funktion mit echten Menschen wäre möglich… . Die Möglichkeiten sind endlos.

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Autor:

Corné

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